Hintergrund
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04.10.2017 | Ulrich Stahr
Bis jetzt: Partner – ab jetzt: „In die Fresse!!?“

Ich traute meinen Ohren nicht, als ich Andrea Nahles, gerade als Fraktionsvorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion gewählt, so sprechen hörte. Es ist dieselbe Kerbe, in die schon der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz schlug, als er am Abend des 24. September 2017 über die Bildschirme tönte, daß nun die „Regierungskoalition“ beendet sei. Ist das nicht Flucht aus der Verantwortung?

Die jetzige Regierung ist weiter in der Pflicht bis zum Zusammentreten des neuen Bundestags mit Wahl des Bundestagspräsidenten und dann geschäftsführend bis zur Berufung der neuen Regierung. Das kann dauern. Will die SPD schon jetzt gegen ihre eigenen Regierungsmitglieder opponieren?
Die Hast, mit der Martin Schulz die SPD zur Oppositionspartei erklärte, hat mich überrascht. Hat doch unter Dr. Angela Merkels Führung die Koalition von CDU/CSU und SPD für Deutschland und Europa in der vergangenen Legislaturperiode erfolgreich vieles vorangebracht, das uns Bürgern nützt und nicht nur in der Europäischen Union Wertschätzung findet. Daran hat auch der Koalitionspartner SPD seinen positiven Anteil. Man darf nicht nur das Flüchtlingsthema zum Maß aller Dinge machen!
Und noch eines: Schließlich haben beide Koalitionspartner gegenüber 2013 Zweitstimmen eingebüßt: CDU/CSU 8,6 Prozent und SPD 5,2 Prozent! Hätte es da nicht auch die Überlegung geben können: Wir haben gemeinsam Stimmen eingebüßt, jetzt packen wir es gemeinsam an, verlorenes Vertrauen der Bürger neu zu gewinnen? So dachte ich zuerst in Verantwortung für unser Land. Aber dann freute ich mich über das gute Wahlergebnis für die FDP. Deutschland braucht diese liberale Partei. Glückwunsch, Herr Lindner!
Und „Jamaika“ nun in die Lenkung der Geschicke Deutschlands einzubeziehen und „auszuprobieren“ finde ich recht interessant. Vielleicht erwächst daraus sogar soviel Neues und Positives, über das dann Beteiligte wie Kritiker nur noch staunen können! Vielleicht wird dann sogar die Opposition an Zuspruch verlieren, wenn durch die Arbeit der neuen Regierung aus unzufriedenen Bürgerinnen und Bürgern wieder zufriedene werden. Ich hoffe und wünsche nur, daß bei den kommenden Koalitionsgesprächen alle Beteiligten ihre programmatischen „Worte von gestern“ in ihren Büros lassen und sich als „für Deutschland und die Europäische Union verantwortliche Partner“ fühlen und verhalten.
Der Koalitionsvertrag sollte unvoreingenommen und ergebnisorientiert so zustande gebracht werden, daß er unserem Land und Europa „dient“, auch wenn dabei die eine oder andere „Kröte zu schlucken ist“. Ich wünsche „Jamaika“ guten und sichtbaren Erfolg!

Ulrich Stahr, Kreisvorsitzender der Senioren-Union Treptow-Köpenick

aktualisiert von Wolfgang Knack, 04.10.2017, 16:14 Uhr

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