Quo vadis, Europa?

Gedanken des Kreisvorsitzenden der Senioren Union

Weg und Entwicklung der Europäischen Union können sich sehen lassen: 70 Jahre Frieden, Europaparlament, grenzenlose Reisemöglichkeiten, gemeinsame Währung, Freundschaft und Zusammenarbeit unter Völkern, deren Herrscher in den vergangenen Jahrhunderten sich oft „an die Kehle fuhren“ und gegeneinander ihre Landsleute in den Krieg schickten.

Seitdem aber die EU – und auch die USA – so bedingungslos die ukrainische Regierung in Kiew unterstützen und deren Geschrei, dass „Rußland gegen ihr Land Krieg führe“, übernommen haben und gegen Rußland und dessen Präsident Putin eine Sanktion nach der anderen beschlossen wird, zweifle ich an der Logik des guten Wegs der europäischen Gemeinschaft und der USA. Wohin soll die zunehmend einseitige Verurteilung Rußlands führen? Doch nur zur Brüskierung dieser 2. Weltmacht! Die Geschichte lehrt, dass man gegen Rußland nur verlieren kann. Gerade Frankreich und Deutschland sollten daran denken. Der Konflikt in der Ukraine ist nur mit Rußland als Partner zu lösen und zwar auf gleicher Augenhöhe mit den USA und der EU.
Ich verstehe nicht, warum die Staats- und Regierungschefs nicht alles daran setzen, gemeinsam mit Rußland nach Lösungswegen zu suchen. Stattdessen wird mit einseitiger Verurteilung und Sanktionen auf Ausgrenzung dieses auch für Europa so wichtigen Landes hingearbeitet! Dabei gibt es doch andere Möglichkeiten, z. B. eine europäische Friedentruppe, unter Einschluß Rußlands, die die Grenzen der Ukraine sichert und dafür sorgt, daß das Gerede vom „Krieg Rußlands“ gegen die Ukraine aufhört. Und wenn es in diesem Land – und nicht nur dort – Leute gibt, die nach mehr Unabhängigkeit streben, dann sollte man sie und ihre Gründe im doch „aufgeklärten“ 21. Jahrhundert und im so gut zusammenwachsenden Europa ernst nehmen und mit ihnen sprechen, um zu gemeinsamen Lösungen von Problemen zu kommen, wohlgemerkt: friedlichen Lösungen, anstatt sich gegenseitig zu erschießen. Auch die Regierung in Kiew muß zum Verzicht auf Waffengewalt bereit sein. Da höre ich leider keine Appelle in der EU.
Summa summarum: Das „Säbelrasseln“ gegen Rußland muß aufhören! Alle Konfliktparteien und deren Unterstützer gehören an einen Tisch! Das Verhandlungsziel muß sein: Frieden, statt Sanktionen und Krieg, Zusammenarbeit statt Ausgrenzung! Kompromisse – auch wenn sie mancher Seite „nicht schmecken“ – müssen akzeptiert werden! Gerade wir Älteren, die den Zweiten Weltkrieg noch erlebten, appellieren an die Vernunft der Regierenden aller Couleur: Laßt es nicht zu, dass der Krieg wieder zur ultima ratio wird! Heutzutage könnte das Ende der Welt daraus erwachsen! 

Ulrich Stahr,
SU-Kreisvorsitzender und stellv. Landesvorsitzender

 

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