MIT KV Treptow-Köpenick fordert:

Mindestlohn praxistauglich gestalten! (Teil II)

Liebe Mitglieder und Freunde der MIT, sehr geehrte Damen und Herren,
hier nun die Fortsetzung meines Artikels:

VERDIENSTGRENZEN
In den Branchen Bau, Gaststätten und Herbergen, Personenbeförderung, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, Schausteller, Forstwirtschaft, Gebäudereiniger, Messebauer und Fleischwirtschaft gilt die Dokumentationspflicht der Arbeitszeiten sogar für leitende Angestellte und Facharbeiter, die bis zu 2.948 Euro pro Monat – also knapp 3.000 Euro – verdienen. Das ist nicht nur unnötig und aufwändig, sondern zudem ein massiver Angriff auf alle flexiblen Arbeitszeitmodelle, insbesondere die Vertrauensarbeitszeit.

MITARBEITENDE FAMILIENANGEHÖRIGE
Gerade in kleineren Betrieben arbeiten häufig Familienangehörige mit, ohne ein formelles Anstellungsverhältnis zu haben. Nach den neuen Regelungen muss auch ihre Arbeitszeit dokumentiert werden. Dies ist realitätsfern und letztlich ein Angriff auf die Struktur kleiner Familienbetriebe.

VERDIENSTGRENZEN
Nur noch Pflichtpraktika sind ebenso wie freiwillige Praktika, die maximal drei Monate dauern, vom Mindestlohn befreit. Unklar ist die Geltung des Mindestlohns bei praxisbezogenen Abschlussarbeiten, die nicht ausdrücklich in der Studienordnung aufgeführt sind. Unklar ist ferner, was passiert, wenn ein Praktikant einige Tage länger als drei Monate beschäftigt wird. Nach Auffassung des Bundesarbeitsministeriums muss dann rückwirkend vom 1. Tag an der Mindestlohn gezahlt werden. Das ist für viele Unternehmen unzumutbar und auch nicht im Interesse der Praktikanten, die vielleicht noch wenige Tage verlängern wollen, um ein Projekt fertig zu stellen. Wegen der Unsicherheit und des Mehraufwandes fallen viele Praktikumsstellen weg. Dies verringert die Berufseinstiegschancen junger Menschen. 

Dr. Martin Sattelkau
VOrsitzender

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