Liebe Mitglieder der CDU Treptow-Köpenick, liebe Freunde,

alle Jahre wieder wird ein Thema in unserem Kreisverband diskutiert: wollen wir in Treptow-Köpenick Beschlüsse und Parteiwahlen nach dem Delegierten- oder nach dem Mitgliederprinzip fassen oder durchführen? Eigenwilliger Weise taucht dies immer dann auf, wenn gerade ein Richtungswechsel im KV stattgefunden hat. Nun stehe ich dem Mitgliederprinzip nicht prinzipiell ablehnend gegenüber. Dennoch gibt es neben dem pauschalen Pro dass alle Mitglieder aktiver mitbestimmen können auch etliche Punkte, die dieses fragwürdig erscheinen lassen. Zu diesen Argumenten stehe ich, anders als der Antragsteller, heute noch so wie vor einigen Jahren, als diese Diskussion das letzte Mal geführt wurde.

Neben dem organisatorischen und monetären Aufwand, der um ein vielfaches Größer ist wenn mit allen, über 500, Mitgliedern zu planen ist (Raumgröße und Kosten, evtl. mehrere Tage, Aufwand von Zählkommissionen…) stellt sich z. B. die Frage, welches Interesse die Mitglieder noch an aktiver Arbeit in ihren Ortsverbänden haben, wenn doch ein gutes Redetraining und ein toller Auftritt bei der Versammlung evtl. auch ausreichen, um für ein Amt gewählt zu werden? Ich befürchte, dass reine Mitgliederentscheide die Ortsverbände, die im Übrigen die Keimzelle der politischen Arbeit sind, unattraktiv machen. Damit wird die politische Arbeit vor Ort in Frage gestellt. Ich möchte das hier gar nicht weiter vertiefen, es wird in den nächsten Wochen viel darüber geschrieben und geredet werden. Ich bitte Sie nur, die Argumente wohl zu wägen und nicht dem schönen Schein zu erliegen, den hier einige mit diesem Anliegen verbreiten wollen. Wenn eine solch gravierende Änderung in Kreisverband geschehen soll, dann bitte mit Ruhe und Bedacht.
Am 6. Juni gab ich als Sportstadtrat am historischen Sportdenkmal in Berlin-Grünau den Startschuss für den diesjährigen traditionellen UFERBAHNLAUF entlang der schönsten TRAM-STRECKE BERLINS. Über 310 Läuferinnen und Läufer, Bambinis, Walker, Wanderer, Nordic Walker, Longboarder, Fahrradfahrer nahmen die verschiedenen Strecken in Angriff. Allen ehrenamtlichen Unterstützern, allen Sponsoren und der BVG gilt mein besonderer Dank.
Am 21. Juni fand im Rahmen des Musikschulfestes in Anwesenheit von Politikern, Gästen, Eltern, Musikschülerinnen und Musikschülern die feierliche Einweihung des neuen Standortes der Joseph-Schmidt-Musikschule in der Freiheit 15 in Köpenick statt. Mit einem Festakt in der Aula präsentierten sich die Musikschülerinnen und Musikschüler. Der Umbau der Musikschule, der mit der Entkernung im September 2013 begann, wurde mit einer umfangreichen Sanierung in 2015 abgeschlossen. Die Gesamtkosten für den Umbau und die Sanierung betrugen 1,9 Millionen Euro, die durch das Bezirksamt getragen wurden.
Am 21. Juni jährten sich die brutalen Ereignisse im ehemaligen Gefängnis im Amtsgericht Köpenick zum 82. Mal: Während der als „Köpenicker Blutwoche“ bekannt gewordenen Ereignisse im Juni 1933 beschlagnahmte die SA das Gefängnis und nutzte es als zentrale Haft- und Folterstätte in Köpenick. Es folgte durch die SA ein Terrorfeldzug gegen politisch Andersdenkende in Köpenick, der von unglaublicher Brutalität geprägt war. Hunderte Menschen wurden in der Woche vom 21. Juni 1933 von der SA auf das Schwerste misshandelt und mindestens 23 von ihnen verloren ihr Leben. Dies hatte mein Amt für Weiterbildung und Kultur zum Anlass genommen, um an die Opfer der “Köpenicker Blutwoche” zu erinnern und öffnete die Gedenkstätte am 21. Juni. Die Volkshochschule Treptow-Köpenick lud zur Fahrrad-Rundfahrt zu Orten der Köpenicker Blutwoche ein. Die Tour endete in der Gedenkstätte. Zu diesem Termin wurde ich von  Frieda Herz „Stadträtin für einen TAG“ begleitet.
Zu den Deutsch-Russischen Festtagen 2015 vom 12. bis 14. Juni kamen ca. 150.000 Gäste zu einem breiten Spektrum von Veranstaltungen, die alle unter der Leitidee „Begegnung zweier Nationen“ standen. Als Schirmherr des Sportbereichs begrüßte ich das Motto „beFAIR, beFIT – Integration durch SPORT – SPORT für BERLIN“. Für das speziell für Kinder und Jugendliche durchgeführte Fußball-Integrationsturnier „EIN BALL VERBINDET“ hatte Damir Kreilach, Kapitän der Profimannschaft des 1. FC Union Berlin, die Schirmherrschaft übernommen.
Seit dem 26. Juni findet im Köpenicker Rathaushof die Uraufführung „Der Hauptmann von Köpenick - Das Musical“ von Heiko Stang nach dem gleichnamigen Bühnenstück von Carl Zuckmayer statt. Eine Auswahl hervorragender Berliner Schauspieler lassen mit einem schmunzelnden Lächeln erkennen, wie wenig sich die Bürokratie in den vergangenen einhundert Jahren verändert hat. Die Liedtexte von Heiko Stang sind ebenso in Berliner Mundart, wie die witzigen Dialoge. Die Zuschauer werden entführt in das kaiserliche Berlin um 1900, am Originalschauplatz wird die Welturaufführung zu einem unvergessenen Sommermusical-Erlebnis in der Köpenicker Altstadt.

Ihr/Euer Michael Vogel

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