Professor Dr. Otto Wulff war in Berlin

Wer am Dienstag, dem 23. August 2016, 18.00 Uhr, zur Terrasse der Orangerie des Schlosses Charlottenburg gekommen war (immerhin rund 200 Leute!), konnte einen Politiker von „altem Schrot und Korn“ erleben!

Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union der CDU Deutschlands, Professor Dr. Otto Wulff, beeindruckte sehr. Überzeugungsstark, inhaltsreich, mitreißend, „unter die Haut gehend“, skizzierte er Berlins Nachkriegszeit, die Situation vor, während und nach der „Mauer“ und das, was gerade die älteren Bürgerinnen und Bürger sowie die C-Parteien in den letzten 60 Jahren für Wohlstand, Freiheit und Demokratie leisteten. Bei Wulffs emotionaler Rede und starker Stimme mußte ich unwillkürlich an Heuß und Wehner, Adenauer und Strauß, Brandt und Kohl denken.

Ein Wermutstropfen für mich, der ich im sowjetischen, dann „demokratischen“ Sektor der Stadt und schließlich in der „Hauptstadt der DDR“ „zu Hause war“, besser: „sein mußte“, bestand darin, daß die zu Recht gewürdigte Standfestigkeit „der Berliner“ und ihr „Eintreten für Demokratie und Freiheit“ natürlich nur den (auch eingemauerten, aber trotzdem mit der ganzen Welt verbundenen und freiheitlich-demokratisch regierten) zwei Millionen Westberlinern gelten konnte. Die Million Ostberliner war doch – ebenso wie die 16 Millionen DDR-Bürger – beträchtlich und meistens umfassend daran gehindert, sich „für Freiheit und Demokratie“ und schon gar nicht öffentlich einzusetzen! Man vergesse nicht die seit 1961 immer besser gesicherte „Staatsgrenze der DDR“, die Ostberlin und den Ostteil Deutschlands von der „großen, weiten Welt“ fernhielt; man vergesse auch nicht die östliche Gesellschaftsordnung, die die Bevölkerung geografisch wie politisch eingemauert hatte! Können sich jüngere Leute heutzutage überhaupt vorstellen, daß auf den DDR-Stadtplänen der Westteil Berlins nur durch die Umrisse der Stadtgrenze ersichtlich war, sonst aber aus unbedruckter Fläche bestand?

Trotzdem: Professor Wulff zu hören und zu erleben ist immer ein Gewinn! Mir sprach er auch aus dem Herzen, als er von den Deutschen selbst ein besseres nationales Verständnis und Verhältnis zu ihrem eigenen Vaterland einforderte. In diesem Sinne endete er auch à la française: „Es lebe unser geliebtes deutsches Vaterland!“ Unsere SU-Landesvorsitzende Gertraud Schickedanz hatte die Idee zu dieser Veranstaltung. Sie holte Christoph Brzezinski, den JU-Landesvorsitzenden und den Berliner Bürgermeister und CDU-Spitzenkandidaten Frank Henkel mit „ins Boot“ und auf die Bühne. Dafür ist ihr sehr zu danken. Sie gehört eigentlich ins Guiness-Buch der Rekorde, weil sie die kürzeste Ansprache hielt: „Ich danke fürs Kommen. Die Veranstaltung war meine Idee. War ein Risiko. Frank Henkels Priorität ist Sicherheit. Meine auch. Ich bedanke mich!“ Frank Henkel trat in Professor Wulffs Spur. Auch er war stark in seiner Wahlkampfrede für die CDU als Hauptstadtpartei. Der Dritte im Bunde, Christoph Brzezinski, setzte in erfrischend jugendlicher Form sich für das Zusammengehen von Jung und Alt ein. Fragen der Anwesenden konnten schriftlich gestellt werden. Alle wurden von den Rednern beantwortet. Nicht unerwähnt soll die gute Moderation durch den SU-Bundesgeschäftsführer Jan Peter Luther bleiben. Die zwei Stunden, von Politik und Sonne geprägt, wirken sicherlich nicht nur bei mir lange nach. Unsere Nationalhymne beschloß die schöne Veranstaltung. Der kräftige Gesang war weithin zu hören.

Ulrich Stahr, SU-Kreisvorsitzender

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