Merkels Ansehen steigt - nur 19 Prozent für Beck

Die SPD setzt auf Streit in Sachfragen und verliert laut einer Forsa-Umfrage weiter

Berlin - Mit Verweisen auf Wetter und Meer haben die Berliner Koalitionäre die SPD-Angriffe auf die Union heruntergespielt. Stand am Wochenende noch im Raum, was SPD-Fraktionschef Peter Struck im Zusammenhang mit Unionsplänen bei der Erbschaftsteuer erklärt hatte: "Dann würde ich sagen: Jetzt ist Schluss" - so wurde nur wenige Tage später mithilfe meteorologischer Metaphern versichert, der Bestand der Koalition sei keineswegs gefährdet.
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Der April sei extrem heiß gewesen, was sich wohl auf die Gemüter niedergeschlagen habe, wiegelte Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) ab. Er gehe davon aus, dass die Koalition "bleibt und erfolgreich arbeitet". Vize-Regierungssprecher Thomas Steg sekundierte: "Ich denke, das Kabbelwasser haben wir hinter uns." Nach einer Phase widriger Winde und Strömungen "beruhigt sich die See wieder, und dann setzt man die Fahrt fort". Nur SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler mochte noch nicht zurückrudern und sagte ein "gewaltiges Gewitter" im Koalitionsausschuss am 14. Mai voraus. SPD-Chef Kurt Beck jedenfalls sieht die Koalition aktuell "nicht in Gefahr".

Größere Sorgen muss er sich um seine Partei und um sein eigenes Ansehen beim Wähler machen: Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL steigt das Ansehen von Kanzlerin Angela Merkel unentwegt, während Beck bei einer Direktwahl nur von 19 Prozent der Bürger gewählt würde. Sogar SPD-Anhänger würden sich mit knapper Mehrheit für Merkel und gegen Beck entscheiden. Auch bei den Parteienpräferenzen sieht es schlecht aus für die SPD: Sie erhielte 26 Prozent, hingegen verbesserten sich CDU und CSU um drei Punkte auf 37 Prozent.

Besonders irritieren muss die SPD, dass der Aufschwung vor allem der CDU gutgeschrieben wird (von 39 Prozent), während nur 24 Prozent meinen, die SPD hätte am meisten dazu beigetragen. Vom Gewinnerthema der Koalition profitiert vor allem die Union, kaum aber die SPD. Mithin kann diese weder in der Koalition an Ansehen gewinnen, noch auf größeren Wählerzuspruch bei einem Koalitionsbruch hoffen. Angesichts dieser Zwickmühle deutet sich bei der SPD eine härtere Gangart an. Beck kündigte zum Thema Mindestlöhne an: "Wir werden in der Koalition darum ringen, jeden gangbaren Schritt in diese Richtung zu gehen." mka

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