Mit der Gründung der CDU Deutschlands am 26. Juni 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) begann eine bemerkenswerte Entwicklung im Parteienspektrum Deutschlands. Die führende Rolle bei dieser Entwicklung hatten Männer übernommen, die direkt aus den Todeszellen der Nazis gekommen waren, wie Andreas Hermes, Jacob Kaiser, Walter Schreiber, und weitere 14 Antifaschisten. 

Am 22. Juli 1945 fand die erste Großversammlung im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin statt. Die erste Reichsgeschäftsstelle wurde in der Jägerstraße 59 in Mitte eingerichtet. Deutschlandweit gründeten sich bürgerlich christliche Parteien, die dann später zur CDU zusammengeführt wurden.

Die CDU in der SBZ stand seit ihrer Gründung unter Kontrolle der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD). Das hatte zur Folge, dass Andreas Hermes und Walter Schreiber auf Grund ihres Protestes gegen die Bodenreform und die brutalen Enteignungen im Herbst 45 einfach abgesetzt wurden. Die Parteiführung wurde dann von Jakob Kaiser und Ernst Lemmer übernommen. Allerdings wurden beide 1947 ebenfalls von der SMAD entlassen.

Die Erfolgsgeschichte der CDU konnte aber nicht aufgehalten werden. In den Westzonen hat sich die CDU zur führenden Kraft entwickelt, die 1949 mit Konrad Adenauer den 1. Bundeskanzler stellte. Die dann einsetzende Entwicklung ist beispiellos. Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft unter Ludwig Erhard als Wirtschaftsminister nahm die Bundesrepublik einen Aufschwung, der als Wirtschaftswunder in die Geschichte eingegangen ist. Sicher hat der Marschallplan auch seine positive Wirkung entfaltet. Der eigentliche Grund für diesen einmaligen Prozess waren aber die klare Wirtschaftsstruktur, die soziale Ausrichtung, die Freiheit der Bürger, der unbedingte Leistungswille der werktätigen Bevölkerung und die Risikobereitschaft einer Unternehmerschaft, die auch die Lehren aus der Vergangenheit gezogen hatte. Die Geschichte hat es gerichtet. Das von den Kommunisten etablierte Zwangssystem in der DDR ist am 9. November 1989 zusammengebrochen. Das von den Gründungsvätern der CDU und anderen Demokraten 1945 auf den Weg gebrachte freiheitliche, bürgerliche System hat bestanden.

Seit 1990 sind wir als „Deutschland einig Vaterland“ auf einem guten Weg. In Verantwortung gegenüber unseren Gründungsvätern und Gründungsfrauen haben wir die Pflicht, alles für den Bestand und die ständige Weiterentwicklung der Volkspartei CDU an Kraft und Verstand aufzubringen, was wir leisten können. Es geht jetzt nicht nur um Deutschland, es geht darum, das Europa der Zukunft zu gestalten.

Fritz Niedergesäß
Ehrenvorsitzender der CDU Treptow-Köpenick 

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