CDU-Fraktion setzt sich für die Bekämpfung von illegalem Handel mit Welpen ein

PM-VIII-65

„Zusammen mit dem Senat muss ein bezirksübergreifendes Meldesystem eingerichtet werden, das die Veterinär- und Ordnungsämter mit den Polizeidienststellen und dem Zoll vernetzt. Die bekannten Welpenhändler sollen in eine gemeinsame Datenbank eingetragen und erfasst werden, damit diese effektiver und schneller erkannt und aus dem Verkehr gezogen werden“ erklärt Dustin Hoffmann, der einen entsprechenden Antrag (VIII/0376 Handel mit Hundewelpen wirksam bekämpfen) für die CDU-Fraktion eingebracht hatte.

Hoffmann sieht hier zwar noch einen langen Verwaltungsweg, „aber nach dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG) und dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz Berlin (ASOG Bln) ist jedenfalls nach unserer Information ein Datenaustausch zwischen den bezirklichen Veterinär- und Ordnungsämtern sowie der Polizei rechtlich nicht ausgeschlossen.“, zeigt er sich optimistisch. Gemeinsam mit Niels Korte pocht er auch auf ein stärkeres Engagement des Bundes bei diesem Thema.

 

Niels Korte, 2017 CDU-Kandidat bei der Bundestagswahl und selbst Besitzer eines jungen Hundes, hält dieses Thema für wichtig: „Gerade jetzt vor der anstehenden Weihnachtszeit ist es notwendig, bundesweit Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken. Viel zu leichtfertig werden Jungtiere ohne Kennung und Impfungen gekauft und finden sich als niedliches Geschenk unter dem Weihnachtsbaum wieder.“ 

 

Korte spricht sich ebenfalls für eine bessere Zusammenarbeit zwischen den Bundes- und den Landesbehörden aus, um internationalen Händlerringen zum Wohle der Tiere das Handwerk zu legen, denn es brauche unbedingt „gemeinsame Aktionen von Polizei und Ordnungsamt und letztlich auch einen besseren Austausch mit den Bezirken.“

 

Hintergrundinformationen:

2017 meldeten acht Berliner Bezirke 120 Fälle von illegalem Welpenhandel. In Treptow-Köpenick stieg die Anzahl der bekannten Fälle von sechs im Jahr 2016 auf mehr als doppelt so viele im Jahr 2017 mit 20 Fällen, die Dunkelziffer dürfte nach offizieller Meinung weitaus höher liegen. Aktuell gehen die Schätzungen in Berlin von bis zu 250 illegal verkauften Welpen pro Woche aus. Oft inserieren die unseriösen Händler mit Niedrigpreisen in eBay Kleinanzeigen, unseriöse Händler sind aber auch daran zu erkennen, dass an den Käufer keine Fragen zur zukünftigen Haltung des Tieres und zur Eignung des Halters gestellt wird und das Treffen zur Kaufabwicklung an einem öffentlichen Ort, zum Beispiel einem U-Bahnhof oder Parkplatz, stattfindet. Das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft weist auf ihrer Homepage auf weitere Indizien illegalen Handels hin. So wird empfohlen nach einem EU-Heimtierausweiß bei Herkunft aus einem anderen EU-Land, einem Impfpass bei Herkunft aus Deutschland und einer Kennzeichnung (Chip) zu fragen. Letzterer ist allerdings auch noch nicht verpflichtend, lediglich ein Hinweis für den Käufer, dass der Verkäufer definitiv keinen illegalen Handel betreibt.

Um berlinweit der Forderung Nachdruck zu verleihen, setzt sich zusätzlich bezirksübergreifend eine Gruppe junger Bezirksverordneten der CDU in Berlin dafür ein, dass sich in jedem Bezirk die Bezirksverordnetenversammlungen für die Einführung eines solchen Meldesystems aussprechen.

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